Spaghetti und Knödel – von allem nur das Beste!

Die Küche der Dolomiten verbindet auf einzigartige Weise die Traditionen der tiroler, der alten Wiener k.u.k („kaiserlich und königlich“) sowie der mediterranen, italienischen Küche. Die Alpen waren seit jeher ein Grenzgebiet, in dem über die Pässe ein reger Austausch von Nord und Süd stattfand. So kamen Knödel, Maultaschen und Krapfen aus dem Norden, Obst, Getreide, Polenta und Wein aus dem Süden nach Norditalien.

Grob lassen sich die Dolomiten in eine Knödel-, eine Nockerl- und eine Nudelregion unterteilen. Während man im südtiroler Raum vor allem Knödel wie Spinat- oder Speckknödel antrifft, werden im trentiner Fassatal sowie im ehemals österreichischen Buchenstein und Ampezzo vor allem Nocken bevorzugt, wie z.B. die kleinen Spinatnocken Strangolapreti („Priesterwürger“). Südlich der altösterreichischen Grenze in Belluno stehen vor allem Nudeln auf der Speisekarte. Allen Regionen gemeinsam ist die Polenta, ein Maisbrei, der gerne mit geschmolzenem Käse, Pilzen oder Gulasch serviert wird.

In Südtirol ist die Küche wohl am vielfältigsten. Zu den typischen Spezialitäten gehören Schlutzkrapfen bzw. „Schlutzer“ wie der Einheimische sagt (eine Art mit Spinat und Ricotta gefüllte Ravioli, die mit zerlassener Butter, Parmesan und Schnittlauch serviert werden), das Südtiroler Knödel-Tris, das aus drei Sorten Knödeln (meist aus Kasnocken, Spinat- und Speckknödeln) besteht oder eine schmackhafte Gerstensuppe.

Zur Marende, der Brotzeit am Nachmittag, genießt man den berühmten Südtiroler Speck, Kaminwurzn (luftgetrocknete Schweinswürste) und Schüttelbrot (hartes, knuspriges Fladenbrot) mit einem Glas Rotwein.

Südtirol ist eines der ältesten Weinanbaugebiete des deutschsprachigen Raums. Aus rund 20 Rebsorten entstehen hier Weine höchster Qualität. Die wichtigsten Sorten sind der Vernatsch, Lagrein und der Gewürztraminer.

Spricht man von Südtiroler Wein, sollte man auf keinen Fall das „Törggelen“ vergessen. Dabei handelt sich um einen alten Brauch bei welchem von Anfang Oktober bis zur Adventszeit in sog. Buschenschänken der neue Wein verkostet wird. Traditionell werden dazu neben deftigen Speisen auch geröstete Maronen (Esskastanien) gereicht.

Als Süßspeisen finden sich neben den mit Preiselbeern, Marillen oder Topfen gefüllten Krapfen vor allem der Südtiroler Apfelstrudel oder die Buchweizentorte sowie der zur Weihnachtszeit beliebte Zelten (Früchtebrot).

Zahlreiche Liköre und Schnäpse wie Grappa, Latschen- oder Enzianschnaps runden das kulinarische Erlebnis ab.